Welche Nachteile entstehen durch eine weit geöffnete Blende?

Mit der Offenblende fotografieren, gibt es Nachteile?

Sigma 85mm Offenblende

(Vignettierung, Schärfe, Farbsäume)

Bei der Offenblende beschreibt man die Vorgehensweise, mit der größtmöglichen Blendenöffnung zu fotografieren.
Je weiter die Blende geöffnet wird, desto weniger Schärfentiefe, also Unschärfe erhält das Bild. Es wird also im Hintergrund unschärfer. Schließt man die Blende also weiter, bekommt das Bild mehr Schärfentiefe. Typische Werte für eine weit offene Blende wären f2.0, und f2.8 – für eine geschlossene Blende lägen die Bereiche bei f18 oder f22. Von Objektiv zu Objektiv sind die Blendeneinstellungen jedoch anders, da die kleinste und größte Blende immer unterschiedlich ist. Je kleiner die Blende dabei ist, desto schneller bekommt man einen unscharfen Hintergrund, also ein Bokeh, erstellt.

Durch große Blenden erzeugt man die höchstmögliche Schärfe, zu der eine Kamera fähig ist. Der Nachteil dieser großen Blenden liegt durch hohe Blendenwerte bei der Belichtungszeit. Diese verlängert sich nämlich erheblich. Das ist vor allem bei Bewegbildern undenkbar. Bei sehr scharfen oder detaillierteren Bildern kann aber auf die große Blende nicht verzichtet werden. Fotografiert man ein Portrait sehr nahe, so will man dieses komplett scharf abbilden. Weder Augen, Nase oder Mund sollen unscharf abgebildet sein.  Je kleiner der Blendenwert ist, desto größer ist die Blendenöffnung. Bei den Blendenschritten ist zu beachten, dass wenn sich die Blende weiter öffnet oder schließt, sich die Lichtmenge halbiert oder verdoppelt. Beim schließen halbiert sich die Lichtmenge, wogegen sie sich beim Öffnen verdoppelt. Eine Offenblende lässt also mehr Licht durch und ist auch noch verwendbar bei schwachem Außenlicht. Im Bereich der Schärfe ist also festzustellen, dass eine Offenblende nicht die Schärfe herstellt, die bei Nahaufnahmen oder nahen Portraits erwünscht sind.

Ein weiterer Nachteil von Offenblenden ist die Vignettierung. Zur Vignettierung gehören alle Effekte, die das Bild zum Rand hin abdunkeln. Dabei gibt es die natürliche und die künstliche Vignettierung. In einzelnen Fällen kann eine künstliche Vignettierung auch gestalterisch ansprechend sein. In den meisten Fällen will man diese jedoch reduzieren. Die natürliche Vignettierung ist physikalisch nicht vermeidbar. Der Randhelligkeitsabfall wird durch die Größe des Bildwinkels bestimmt. Das Gesetzt dazu nennt sich „Cosinus-hoch-vier“ Gesetz, welches die Stärke des Lichtabfalls besagt. Man kann die künstliche Vignettierung jedoch verringern und gleichzeitig weiter abblenden. Aber nicht nur die Blendenform beeinflusst das Bokeh: Auch die Abbildungseigenschaften des Objektives sind von Bedeutung.

Eine der Abbildungseigenschaften ist die sphärische Aberration. Diese beschreibt die unterschiedliche Brechung von Lichtstrahlen. Hier zählt in welcher Entfernung die Lichtstrahlen von der optischen Achse auf die Linse treffen. Optimal sind die Unschärfekreise, wenn sie gleich hell sind. Heutzutage gibt es Objektivrechnungen, bei denen eine hohe Schärfe für das Motiv angestrebt wird. Die im Hintergrund liegenden Unschärfekreise beinhalten das Licht dann nicht mehr in der Mitte, sondern am Rand. Diesen Effekt bezeichnet man als „harsches Bokeh“. Korrigiert man das Objektiv aber über, entsteht schnell ein duftiges Bokeh.

Ein weiterer Störfaktor ist der Spärochromatismus, welcher farbige Ränder in den Unschärfekreisen abzeichnet. Die Farben wechseln hierbei zwischen Violett und Grün im Vorder und Hintergrund. Dieser störende Effekt entsteht durch die Wellenlängen des Lichtes. Auch hier hilft wiederrum eine Abblendung. Abblenden bedeutet von einer großen Blendenöffnung auf eine nächstkleinere zu wechseln.

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